Fahrt nach Mödlareuth

Fahrt nach Mödlareuth

Mödlareuth nach dem zweiten Weltkrieg: ein geteiltes Dorf, auf der einen Seite in der sowjetischen, auf der anderen in der amerikanischen Besatzungszone. Menschen und Boden getrennt voneinander durch den Tannbach. Später mit der Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 teilte sich das Dorf in Gebiete der DDR und Bundesrepublik. Im Jahre 1989 wurde der Grenzdurchgang Mödlareuths im Zuge des Mauerfalls geöffnet und endlich konnten sich die Bürger*innen wieder begegnen.

Bis heute gehört verwaltungstechnisch eine Hälfte des Dorfes zum Freistaat Thüringen, der andere zum Freistaat Bayern. Im Gegensatz zu früher stehen Besucher*innen mit ein paar Schritten über die Brücke auf dem Boden des anderen Bundeslandes.

Im November besuchte die neunte Klasse der Mittelschule Schwarzenfeld das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth. Der Besuch bot den Schüler*innen die Möglichkeit, eine Filmvorführung zu besuchen. Der Film schilderte den Ablauf des Mauerbaus, geschichtliche Hintergründe zur Trennung und Wiedervereinigung des Dorfes und persönliche Geschichten Betroffener.

Eine Führung durch das Außengelände des Museums ermöglichte den Schüler*innen einen lebendigen Einblick in die damalige Zeit. Gezeigt wurden beispielsweise die Überreste der Mauer, einige Nachbauten von Schutzzaun und Aussichtsturm, eine Hundevorrichtung für die damals eingesetzten Wachhunde und vieles mehr.

Besonders anschaulich skizzierten echte, defekte Tretminen und Selbstschussvorrichtungen die Ernsthaftigkeit der Lage zu Zeiten der Mauer, ähnlich wie die Schilderung individueller Fluchtgeschichten von Bürger*innen aus der Umgebung.

Die Führung fand in der Fahrzeughalle des Museums ihr Ende, wo Militärwägen und andere Kfz im Originalzustand zu bewundern sind.

Die Schulklasse erarbeitete bereits im Voraus die Inhalte der Teilung Deutschlands, insbesondere des Ortes Mödlareuths. Die Themen Flucht und Wiedervereinigung, Sehnsucht nach den Menschen und dem Leben auf der anderen Seite begleiteten die Menschen nicht nur damals, sondern sie sind auch in der heutigen Zeit stets präsent.

Die Klasse blickt auf den Tag in Mödlareuth positiv zurück. Die Gedenkstätte dient nicht nur als Lernort für Menschen, sondern vielmehr als Ort der Erinnerung, damit das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät.

 

Veronika Kopf (Sozialpädagogin)

 

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